2004 buehl

2004 • Malerei | Grafik

Lena Bühl

Bad Hersfeld 1986

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Lena Bühl

Flankiert von ihren beiden Brüdern, eine riesige Kunstmappe unterm Arm, spricht Lena Bühl 2004 im Amt Bildung, Kultur und Sport des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen vor um sich für den Kulturförderpreis zu bewerben. Im Begleitbrief zur Mappe schreibt die achtzehnjährige Gymnasiastin: "Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen." Die Jury nimmt Einsicht in die Kunstblätter und ist beeindruckt. Ganz in der Tradition einer klassischen Ausbildung in Malerei bestehen die ersten Arbeiten aus Studien alter Meister. Unter anderen hat Lena Bühl Porträts von Leonardo Da Vinci in Rötel kopiert. Alsdann hat sie sich mit Amedeo Modigliani befaßt und gleichzeitig mit Acrylfarben experimentiert. Die Ergebnisse kommen dem Original verblüffend nah und beeinflussen im folgenden ihre eigenständigen Werke. Ein Selbstbildnis Lena Bühls, gekleidet im "kleinen Schwarzen", das sie im Türrahmen stehend vor einer leuchtend-roten Wand darstellt, hat im Gesichtsausdruck noch starke Bezüge zu Modigliani, zeigt allerdings in der Bildkomposition schon eine Tendenz zur Distanzierung und Abstrahierung.

Lena Bühls aufblühendes Talent stammt aller Wahrscheinlichkeit von Großvater Gerd Bühl. Er war freischaffender Maler und Grafiker, sowie Volkshochschuldozent. Viele seiner Arbeiten hängen in Lena Bühls Elternhaus in Schlüchtern. Vater und Mutter fördern die künstlerischen Bestrebungen ihrer drei Kinder, die Berufsziele der Brüder sind Fotograf und Musiker. Da Tochter Lena in der Schule wenig Kunst-Förderung bekommt, meldet ihre Mama sie 2002 in dem offenen Atelier "Kunsttreppe 34" an, wo sie Frau Droste unter ihre Fittiche nimmt.
Trotz hoher schulischer Anforderungen, Lena Bühl besucht mittlerweile die Oberstufe des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums und bereitet sich auf das Abitur im Jahr 2005 vor, besucht sie das Atelier mindestens einmal pro Woche.

Die junge Frau möchte nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zur Gemälde-Restauratorin machen und schaut sich momentan nach Praktikums- und Studienplätzen um. Neben diesem künftigen Brotberuf will sie sich weiterhin intensiv mit der Malerei beschäftigen. Das Porträtzeichnen will sie zum Hauptthema machen, wobei sie sich besonders auf die Augen konzentrieren will. Sie arbeitet bei ihren Studien vornehmlich mit Bleistift oder Pastellkreide, als Kontrastfarben liebt sie Schwarz, Weiß und Rot.

Von diesen Vorlieben konnten sich die Gäste der Kulturpreisverleihung überzeugen, denn die Illustration auf der Einladungskarte war von Lena Bühl gestaltet worden. Zu sehen ist da eine in Grautönen gehaltenen Gesichtspartie aus der den Geladenen eine rot-braune Iris mit kullernder Träne entgegenblickt. Eine Freudenträne über die positive Rückmeldung der Jury?