2006 smola

2007 • Musik

Yeo-Jin Park

Seoul 1989

Im Preulgarten 27 • 63517 Rodenbach

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Yeo-Jin Park

Ihr Anschlag ist brillant und ihr Abschlag perfekt. Ob am Flügel oder auf dem Golfplatz, Yeo-Jin Park spielt sich in jeder Disziplin auf die vordersten Plätze. An acht Willy-Bissing-Wettbewerben hat sie inzwischen teilgenommen und dabei fünf erste Preise in der Kategorie "Klavier Solo" errungen. Im Wettbewerb "Jugend musiziert" hat sie auf Landesebene im Klavier-Solo 2005 den dritten Platz erreicht.

Ähnliches gilt für das Golfen, bei Hessischen Jugendturnieren war sie 2003 und 2004 jeweils Preisträgerin. Zugunsten ihrer Karriere als Musikerin hat sie in den vergangenen Jahren die Greens von Wilhelmsbad mehr und mehr mit dem Klavierstuhl vertauscht. Im Alter von 16 Jahren hat sie sich nämlich entschlossen, alles daran zu setzen, um Pianistin und Musikpädagogin zu werden. So absolviert die Primanerin, die 2009 an der Hohen Landesschule ins Abitur geht, neben Schule und Hausaufgaben täglich zwei bis drei Stunden mit Klavierübungen.

An den Wochenenden sind es auch schon mal fünf bis acht Stunden, ein bis zweimal pro Woche fährt sie zum Klavierunterricht nach Frankfurt. Viel Zeit für die Driving Range bleibt da nicht.

Yeo-Jin wird 1989 in Seoul geboren und erhält bereits mit vier Jahren in Korea Klavierstunden. 1995 übersiedelt sie mit ihren Eltern und dem älteren Bruder nach Deutschland. Ursprünglich ist ein Aufenthalt von vier bis fünf Jahren geplant, aber die Kinder, die sich gut integriert haben, wollen nicht mehr zurück. Schulische Perspektiven, und der Kontakt zu deutschen Freundinnen und Freunden sind wichtiger geworden als das Geburtsland. Die Eltern akzeptieren die Prioritäten des Nachwuchses, der Vater wechselt die Stellung und die Diskussion um eine Rückkehr ist erstmal vertagt.

Vielleicht sind auch gravierende Unterschiede in Erziehungs- und Ausbildungsmethoden für die beiden Heranwachsenden für den Verbleib in Deutschland ausschlagend gewesen. In seiner Laudatio nimmt Landrat Erich Pipa Bezug auf eine Äusserung von Yeo-Jin Park. "In der Vorbesprechung haben Sie gesagt, daß Sie froh sind, in Deutschland Ihren Weg zur Musik gefunden zu haben. Sie sehen die Entwicklung der koreanischen Kinder, die immer und überall zum Üben und Lernen angehalten werden, sehr kritisch. Da bleibt keine Zeit zum Entspannen und manchmal schlafen die Kinder nur wenige Stunden. Sie werden auf Erfolg getrimmt."

Während ihrer Erwiderung wirkt die 18jährige bei der Preisverleihung gleichermaßen entspannt und souverän, auch wenn sie konstatiert, daß Reden halten für sie schwieriger sei als Klavier spielen. Herzlich bedankt sie sich bei ihren Eltern, die an jedem internen Vorspiel oder öffentlichem Konzert teilnehmen, sie unterstützen und fördern, wann und wo immer sie können. Ein weiterer Dank geht an ihre erste, leider jetzt schon verstorbene, Klavierlehrerin Ludmila Smerak und besonders an Claudia Henninger vom Klavierforum Frankfurt, ihrer jetzigen Klavierpädagogin, die Yeo-Jin Park "einen natürlichen Zugang zur Musik" bescheinigt. "Sie zeigt großes Interesse für alle Fragen der musikalischen Interpretation und der pianistischen Technik. Ihr Arbeitseinsatz - Klavier üben ist sehr zeitaufwendig- zeugt von großer Zielstrebigkeit (...) Yeo-Jin ist immer hervorragend vorbereitet." Letzteres beweist die Preisträgerin dem Auditorium im Main-Kinzig-Forum unzweifelhaft mit Werken ihrer Lieblingskomponisten Bach, Schumann und Beethoven.